Die Geschichte des Spiels und Regeln

Geschichte

Völkerball war zu Anfang ein rituelles Kriegsübungsspiel (nach Warwitz und Rudolf). Der ursprüngliche Spielgedanke war eine symbolisierte Schlacht zwischen zwei Völkern, die sich mit ihren Königen gegenüberstehen. Der Kampfplatz, quasi die Territorien der Kriegsparteien, war nun das Spielfeld. Die Waffe war der Ball. Jeder Treffer des Gegners markierte einen Gefallenen, der ausscheiden musste. Abwehren konnte man den Angriff (Wurf des Gegners) nur durch Ausweichen oder Auffangen des Balls. Durch das Auffangen wurde aus dem Verteidiger ein Angreifer, bis der Ball wieder verloren wurde. Das Spiel endete mit der vollständigen Vernichtung eines der beiden Völker.

Auch später während der Turnbewegung (1778-1852) hatte das Völkerballspiel einen eindeutigen wehrertüchtigenden Charakter. Erst ab dem 20. Jahrhundert wandelten sich die Spielregeln unter pädagogischen Gesichtspunkten, z. B., dass sich auch vom Spielfeldrand abgeworfene Akteure wieder zurück ins Spielfeldinnere spielen können. Auch die Teilnahme von Frauen am Völkerball war erst eine Errungenschaft der neueren Zeit. Heute hat sich die Situation komplett gedreht, denn der Deutsche Turnerbund hält nur noch Frauen für geeignet „…das Völkerballspiel war und ist das Turnspiel für Mädchen und Frauen.“

In deutschen Schulen und ebenso im deutschsprachigen Ausland (Schweiz und Österreich) wird in den Schulen Völkerball gespielt, meist in der Erwärmungsphase oder als Spielform zu Hauptthemen wie Handball, Volleyball oder der Leichtathletik.

Regeln

Das Spiel benötigt zwei Mannschaften mit jeweils mindestens 5 Akteuren, sowie zwei Zentralfelder, die an einer Mittellinie gegenüberliegen. Die Randbereiche (Kopfbereiche) um (hinter) die Felder (den Feldern) zählen jeweils zur Zone des Gegners. Die Hauptfelder sind quasi eingekreist. Vom Rand aus kann man zwar auf einen Gegner werfen, kann aber nicht abgeworfen werden. Als „abgeworfen“ gilt, wenn jemand vom Ball getroffen wurde und der Ball danach Kontakt mit dem Boden hat. Fängt ein Spieler den Ball statt dessen, kann der Spieler im Feld bleiben. Kopftreffer sind nicht erlaubt! In Turnhallen wird meist das Volleyballfeld bespielt. Vor Spielbeginn wählt jede Mannschaft einen „König“ (es gibt auch andere Bezeichnungen für diesen Spieler oder diese Spielerin: Geist, Herold, Hintermann, Strohpuppe). Dieser Akteur steht zunächst in der Randzone seines Teams und kommt erst in das Spielfeld seiner Mannschaft, wenn sich dort nach Abwürfen keine Mitspieler oder -spielerinnen mehr aufhalten dürfen.

Die Mannschaften halten sich zunächst in der zentralen Zone auf und versuchen, sich abzuwerfen. Wer getroffen ist, wechselt in den Randbereich um des Gegners Feld und kann von dort versuchen, mit einem Treffer sein „Leben“, zurückzubekommen und so wieder ins eigene zentrale Spielfeld zu gehen. Ziel ist es, zunächst alle gegnerischen Akteure durch Treffer aus dessen Hauptfeld zu „verbannen“. Ist dies geschafft, kommt der „König“ oder die „Königin“ allein ins Feld und erhält den Ball. Er/Sie hat insgesamt drei „Leben“ (kann also drei Mal getroffen werden). Trifft ein Teammitglied unterdessen einen Gegner, darf er wieder auf Feld und der König kann das Feld wieder verlassen. Sobald allerdings einer der beiden Könige kein „Leben“ mehr hat, ist das Spiel beendet. Alternativ hat die Mannschaft gewonnen, die nach einer bestimmten Spielzeit mehr Akteure im eigenen Feld hat. Bei gleicher Anzahl hat die Mannschaft gewonnen, deren König oder Königin noch mehr Leben hat. Bei absolutem Gleichstand aller genannter Parameter wird eine kurze Verlängerung angesetzt und danach neu gezählt.

Genaue Regeln zu Feldlinienüberschreitungen und Sonderregeln werden jeweils kurz vor dem Spiel von beiden Teams zusammen mit dem Spielleiter festgelegt.

Anmerkung

Diese Hintergrundinformationen sind frei zusammen gestellt und nicht per „copy und paste“ eingefügt, wer noch gerne etwas inhaltlich anmerken möchte? Bitte gerne bei uns melden.

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